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Alcopops - die neuen Partygetränke
 Wolf im Schafspelz - Scharfer Schnaps mit süßer Limo - Mit solchen Mixgetränken liegen Alkoholhersteller im Trend.
Unter dem Namen "Alcopops" haben sich die Mixgetränke zu einem großen Geschäft für die Spirituosenbrache entwickelt. Harter Alkohol wie Rum, Whisky oder Wodka wird als harmloses Limonadengetränk getarnt und überall verkauft.
Schon 13- bis 15jährige trinken diese schnapshaltigen Produkte regelmäßig und in zunehmendem Maße. Alcopops entwickeln sich damit zu einer neuen Art von Einstiegsdroge. In einem Alcopop steckt ungefähr ein doppelter Schnaps. Der Gehalt an Spirituosen liegt in der Regel bei 13 bis 15 Prozent, so dass das fertige Getränk etwa 5,5 Volumenprozent Alkohol enthält.
Obwohl der Verkauf an Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren verboten ist, werden diese Getränke bevorzugt von Jugendlichen gekauft (und leider auch von Geschäften unkritisch an Jugendliche verkauft).
Im Verlauf einer Diskonacht können leicht sechs bis acht Flaschen Alcopops zusammenkommen - das entspricht dann zehn bis 14 Schnäpsen.
Was ist drin in Alcopops?
Alcopops enthalten häufig problematische Konservierungs- und Zusatzstoffe wie z.B. E 210 (Benzolsäure) und E 211 (Natriumbenzoat), die beide wegen Allergieproblematik und anderen Unverträglichkeiten umstritten sind. Teilweise werden noch zusätzlich Stoffe wie Guarana hinzugefügt, die auch bei sogenannten Energy Drinks zu finden sind.
Das besondere Problem an Alcopops ist, dass der bittere Alkohol durch Süßungsmittel und intensive Aromen maskiert wird. Auf Internetseiten heben Jugendliche und junge Erwachsene diesen Aspekt bei Testberichten häufig hervor: "Trinkt sich wie Apelsaft". In der Tat schmeckt manche "Bitter Lemon"-Limo ohne Alkohol bitterer als die neuen "Partygetränke" mit Alkohol.
Der Markt mit Alcopops und Biermixgetränken boomt. Alcopops werden vor allem durch ausgefeilte Werbespots im Stil von Musikvideos, durch Sponsoring von Jugendveranstaltungen und durch Promotion-Teams angepriesen.
Das Geschäft ist "ganz klar auf Jugendliche ausgerichtet, obwohl alkoholische Mixgetränke laut Gesetz nicht an Minderjährige verkauft werden dürfen" kritisiert Richard Müller, Direktor der Schweizer Fachstelle für Alkohol- und andere Drogenprobleme (SFA).
Für den allgemeinen Anstieg des Alkoholkonsums unter den 13- bis 15-jährigen gibt es wahrscheinlich zwei Gründe: Zum einen führt ein früheres Einstiegsalter in den Alkoholkonsum zu einer leichten Steigerung der Konsumraten, viel bedeutender scheint jedoch ein verändertes Angebot alkoholischer Getränke zu sein. Fertig gemischte Schorlen, Biermixgetränke und mit Spirituosen versetzte Limonaden (Alkopops) zielen zunehmend auf eine sehr junge Konsumentengruppe.
Generell steht bei den Jugendlichen diese Art von Getränken inzwischen nach dem Bier an der zweiten Stelle der konsumierten alkoholischen Getränke.
Mit Alcopops werden Jugendliche für den Spirituosen-Konsum "angefixt".
Am Geschmack selber merkt man das nicht.
Quellenangabe:
Dieser Artikel ist in Teilen ein Auszug aus:
"Securvital" - Das Magazin für Alternativen im Versicherungs- und Gesundheitswesen
Heft 3/2003

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