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Kinder chatten - kennen Eltern die Möglichkeiten und Gefahren?
 Die Internetnutzung wird immer mehr zu einem alltäglichen Vorgang in Familien, Schulen, Jugendtreffs usw. Das Internet eröffnet Menschen einen leichten Zugang zu vielen Informationen, die allerdings ohne eine Steuerung durch Eltern oder andere Erzieher ins Internet eingestellt werden. Man kann im Internet Zeitung lesen, Informationen zu Themen suchen, Kontakte aufnehmen, Nachrichten versenden, sich mit anderen unterhalten und vieles mehr. Auch bietet das Internet gute Möglichkeiten für "jedermann", sich Wissen anzueignen und mit andern Menschen zu kommunizieren. Das Internet ist ein großes, ständig sich veränderndes und wachsendes Netzwerk, sozusagen eine kleine Welt für sich. Das Internet gewinnt immer mehr Bedeutung für das Zusammenleben.
Kinder und Jugendliche sind Ihren Eltern in der PC Nutzung und in dem Wissen um den Zugang zum Internet oft voraus. Das Wissen vermittelt sich (zum ersten Mal) nicht mehr von den Eltern und Erwachsenen an die Kinder, sondern oft umgekehrt von Kindern und Jugendlichen an die Erwachsenen. Jugendliche verfügen oftmals über eine höhere Medienkompetenz als ihre Eltern. Dies bringt manche Komplikation in das Gespräch von Eltern und Jugendlichen. Bisher war es üblich, dass Eltern ihren Kindern etwas beibringen. Im Internetbereich lernen nun Eltern von ihren Kindern, zumindest was das technische Wissen betrifft. Allerdings sollten Eltern durchaus mit den Kindern gemeinsam die Verantwortung für die Internet-Nutzung übernehmen, und die Kinder hierbei nicht alleine sich selbst überlassen.
Das Internet als Informations- und Kommunikationsmedium bietet viele Möglichkeiten sich "weltweit" und "weltnah" zu bewegen. Es eröffnen sich auch gute Chancen für die Unterstützung und Beratung von Familien. Gleichwohl gibt es auch Schattenseiten, auf die wir im Folgenden hinweisen möchten. Wir möchten dabei keine Angst wecken, sondern vielmehr über diese Aspekte des Internets informieren:
Eltern, Lehrer und Erzieher sowie andere in der Jugendhilfe tätige Menschen sollten aus unserer Sicht darauf aufmerksam werden, welche Gefahren sich abspielen in einem Medium, das uns zwar aus Arbeitsprozessen vertraut ist, dessen vielfältige (und unkontrollierbare) Möglichkeiten für uns aber jenseits aller alltäglichen Vorstellungskraft liegen.
Dadurch, dass das Internet weltweit die Möglichkeit bietet, in einem virtuellen Raum alle Grenzen zu überschreiten (man tritt ja nicht mehr als reale Person in Kontakt, sondern als derjenige, als der man sich darstellt!), erwachsen auch Gefahren.
In vielen Familien bewegen sich sowohl Eltern als auch Kinder und Jugendliche inzwischen relativ sicher im Internet. Das www wird genutzt, um Informationen einzuholen, mit anderen Menschen per E-Mail in Kontakt zu treten, um Daten auszutauschen. Man ist sich meist durchaus bewusst darüber, dass es "Internet-Seiten" im Bereich der Pornographie gibt, vor denen man Kinder durch Filterprogramme wie z.B. www.cyberpatrol.com oder www.netnanny.com schützen kann. Es muss jedoch gesagt werden, dass die Filterprogramme kein Ersatz für das eigene Urteilsvermögen sind. Man weiß auch, dass man sich beim "Chatten" mit anderen Menschen über die verschiedensten Themen unterhalten kann. Während viele Erwachsene sich im Chat gar nicht oder kaum auskennen, ist dies ein Medium, das vor allem von Kindern und Jugendlichen genutzt wird. Schaut man den Kindern über die Schulter, so liest man häufig Gesprächsfetzen, deren Inhalt kaum einfach so zu erfassen ist, die eher dazu verleiten, sie als "Quatsch" abzutun und wegzusehen.
Die jüngsten User des Internets sind Kinder im Grundschulalter.Diese Kinder verfügen über ein erstes Handhabungswissen für den PC, sind zugleich aber zunächst einmal schutzlos der Vielfalt des Internet und auch anderen Internet-Usern (z.B. bei Chats) ausgesetzt. Kinder sind neugierig. Diese Neugier gilt auch dem PC und seinen Möglichkeiten.
Im Kontakt zu anderen Menschen setzen wir normalerweise alle unsere Sinne ein, die uns helfen, unser Gegenüber einzuschätzen. Nicht nur, dass wir seine Stimme und damit das gesprochene Wort inhaltlich hören, sondern wir hören Unterschiede in der Satzmelodie, sehen den körperlichen Ausdruck, der mit dem Gesprochenen einhergeht, riechen unser Gegenüber, erfassen ihn ganzheitlich und überprüfen unbewusst, ob unsere Informationen aus all diesen Quellen zusammenpassen oder nicht. Oft sind es Gesten oder ein Wegschauen bei bestimmten Themen, die uns warnen davor, allzu leichtfertig zu glauben, was uns erzählt wird. Alle Alarmglocken schrillen, wenn uns ein äußerlich heruntergekommener Mensch etwas erzählt über sein tolles Haus, das er irgendwo besitzt.
All diese Informationen fehlen uns, wenn wir Kontakt zu anderen Menschen haben im Chatraum, mit Menschen, die wir überhaupt nicht kennen. Im Grunde sind wir eines Teils unserer Sinne beraubt in diesem Zusammenhang. Wir bewegen uns mitunter wie in einem Roman, der uns als Wahrheit erzählt wird, bei dem wir überhaupt nicht entscheiden können, ob er der Wahrheit entspricht oder nicht, bei dem wir auch keinerlei der sonst erlernten Methoden des Einschätzens nach Wahrheitsgehalt anwenden können. Unsere bewährten Schutzmechanismen funktionieren nicht mehr.
Dabei gibt es durchaus sehr seriöse Chatgespräche, die von Beratungsinstitutionen angeboten und geleitet werden z.B.
www.das-beratungsnetz.de
www.bke.de
www.kijuchat.de
oder von einzelnen Personen aus Politik, Sport oder Kirche usw. Es gibt unterschiedliche Chaträume, in denen Jugendliche schreiben, die einfach miteinander Gedanken austauschen und sich gegenseitig helfen, wie z.B. www.youngavenue.de oder www.kids-hotline.de Diese Chats können wir empfehlen.
In anderen Chaträumen halten sich aber Erwachsene auf, die darauf abzielen, Kinder und Jugendliche für ihre eigenen Zwecke zu "benutzen".
Es gibt die verschiedensten Gefahrenquellen, von denen hier nur einige benannt werden können:
Es gibt Kontaktbörsen, bei denen sich teilweise Jugendliche kennenlernen im Chat, die nach 3 oder 4 Treffen das Gefühl haben, den anderen zu kennen, vertraut zu sein miteinander und bereit sind, den anderen Chatter zu treffen. Dabei machen sich die Jugendlichen nicht klar, dass man ihnen am anderen Ende der Leitung alles erzählen kann, ohne dass auch nur ein Wort davon wahr sein muß. Ein unsicherer Mann kann sich darstellen als toller, großer, selbstbewusster Mann, eine Frau kann sich zum Mann machen, ein nett und verständnisvoll wirkender Freund kann nur darauf aus sein, jemanden auf diese Weise kennen zu lernen, um ihn irgendwohin zu bestellen und zu missbrauchen. So manches junge Mädchen verabredete sich mit einer Chatbekanntschaft,ohne dies mit den Eltern zu besprechen. Das Vertrauen wird erschlichen, indem sich das Gegenüber als verständnisvoller Gesprächspartner zeigt. Heimlichkeiten gegenüber den Eltern entstehen leicht dann,wenn Erwachsene pauschal verbieten, ohne sich konkret mit ihren Kindern auseinanderzusetzen und die Gefahren konkret zu besprechen bzw. Sicherungen einzubauen.Hier sind Kinder und Jugendliche besonders dann gefährdet, wenn sie sich nicht trauen, mit ihren Eltern über diese Kontakte und auch die damit verbundenen Reize zu reden, wenn die Eltern nicht wissen, was ihr Kind da so treibt, wenn es im Chat ist, und wenn die sonstigen sozialen Kontakte zu wünschen lassen, die Kinder kaum Möglichkeiten wahrnehmen, mit realen gleichaltrigen Jungen und Mädchen Beziehungen zu gestalten.
Des weiteren gibt es einige Selbstmordforen, in denen sich junge Menschen treffen, die sich zum gemeinsamen Selbstmord verabreden. Hier konkreter Fall – einen Tag nach Tatort im Fernsehen -: ein 16 jähriger Jugendlicher und eine 21 jährige junge Frau trafen sich auf halber Strecke zwischen ihren Wohnorten und gingen gemeinsam in den Tod. Vorher hatten sie sich lange und ausführlich mitgeteilt, dass die Welt für sie keinen Platz bietet und man im gemeinsamen Tod wenigstens zusammen in eine andere Welt gehen kann, in der man dann nicht mehr alleine ist. Gemeinsam den Tod zu suchen scheint leichter zu sein und mit weniger Hemmungen verbunden, als alleine. Es wird geschätzt, dass es in Deutschland zwischen 20 und 30 Foren dieser Art geben könnte. Die Selbstmordforen sind damit der Zahl nach nicht unbedingt typisch für die Internetszene, aber es gibt solche Kontakte im Internet und man sollte die Kinder und Jugendlichen vor einer Beteiligung warnen. Gefährdete Jugendliche finden im Internet Möglichkeiten, eigene latente Selbstmordideen oder auch (nur) selbstverletzende Gedanken zu verstärken. Oft stehen diese Gedanken in Zusammenhang mit erlebten Enttäuschungen, Verlusterfahrungen, mangelnden Erfolgserlebnissen, manchmal auch mit Suchtproblemen und psychischen Erkrankungen. Es wäre daher wichtig, mehr Selbstvertrauen und Kontakte zu anderen Menschen aufzubauen. Dazu gehört auch die Fähigkeit mit Konflikten leben zu lernen.
Wenn jemand im Internet offen über einen Selbstmordgedanken nachsinnt, so ist dies als ein deutlicher Hilferuf zu verstehen und man sollte auf die Angebote der Beratungsstellen und der Telefonseelsorge hinweisen. Die www.telefonseelsorge.de ist 24 Stunden am Tag und an jedem Tag im Jahr erreichbar und bietet auch eine Mail-Beratung an. Die nächste Beratungsstelle vor Ort findet man in einem bundesweiten Verzeichnis: www.dajeb.de
Ein weiteres Feld ist das der Kinderpornoszene: hier ist der Markt eher verdeckt. Jedoch kann man als Internetnutzer auf vielfache Weise über Verlinkungen auf allgemeine pornographische Inhalte oder die Werbung dafür im Internet stoßen. Angebote mit sexuellen Inhalten finden sich in nicht zu überschauender Vielzahl im Internet. Dieses reicht von Bildern und Videos, Kontaktangeboten und im Einzelfall auch bis zu Angeboten zum realen "Gebrauch" von Kindern. Bezahlt werden diese Angebote mit Kreditkarten. Auf dem Gebiet der Kinderpornographie und Gewalttätigkeit finden regelmäßig Recherchen der Polizei im Internet statt, da es sich eindeutig um eine Straftat handelt. dennoch gibt es bisher nicht entdeckte Bereiche. Wenn man solche Seiten entdeckt, ist eine Anzeige bei der www.polizei.de auf jeden Fall anzuraten.
Der "Kölner Stadtanzeiger" meldet in seiner Ausgabe vom 3.4.2003: "Schlag gegen Kinderpornoring: Bundesweit 57 mutmaßlichen Nutzern von Kinderpornographie ist das Bundeskriminalamt (BKA) über das Internet auf die Spur gekommen. Bei Durchsuchungen stellten die Beamten Computer, Datenträger und Videos sicher. Die Verdächtigen sollen über die Internettauschbörse "KaZaA" kinderpornografische Dateien angeboten haben. Die Mehrzahl von Ihnen habe den Besitz solcher Dateien zugegeben. Den Beschuldigten drohen Freiheitsstrafen zwischen drei Monaten und fünf Jahren."
Es gibt auch Versuche des Missbrauchs von Kindern vor dem PC. Es gibt Menschen, die Kindern eindeutige Angebote machen, Kinder also zu sexuellen Zwecken "kaufen" wollen. Auch gibt es direkten Missbrauch durch aktuellen "Chatsex": die Kinder am anderen Ende werden zunächst gelobt, dann eingelullt und nach ihrem Körper befragt. Anschließend versucht "der Täter" dann, Kinder zu sexuellen Berührungen an sich selber zu überreden. Kinder können sich selten aus dieser Situation aus eigener Kraft befreien. Sie sitzen teilweise alleine und manchmal auch heimlich vor dem PC. Dieser ist ja oft auch ein Machtmittel der Eltern, mit dem Sanktionen verknüpft sind, der dadurch aber nur noch interessanter wird. Die Kinder sitzen dann davor wie "hypnotisierte Kaninchen". Es kann ein "Sog" entstehen, dem sich die Kinder nicht alleine entziehen können. Kinder müssen gemeinsam mit ihren Eltern lernen, ein deutliches "Nein, das ist schädlich für mich und das will ich nicht", wahrzunehmen und zu sagen.Sonst können im Extremfall Situationen entstehen , die nicht mehr kontrollierbar sind.
Ebenfalls kommt es vor, dass Erwachsene sich als Jugendliche ausgeben und so Kontakt zu anderen Jugendlichen herstellen und sie dann einladen. Dabei kann es auch zu Mißbrauch kommen. So berichtet der Kölner Stadtanzeiger am 8.7.2003 über ein Strafverfahren gegen einen 39-jährigen Mann, der zwei jugendliche Mädchen über einen Chat "angemacht" hat und sie überredet hat sich (jeweils alleine) mit ihm zu treffen. Es kam bei beiden Mädchen (13 und 14 Jahre alt) zu einem sexuellen Mißbrauch. Aus Angst und Scham vertrauten sich die Mädchen niemandem an. Einem anderen Teilnehmer dieses Chats war dieser Kontakt aber als eigenartig aufgefallen. Er informierte die Eltern der Jugendlichen, die dann die Polizei eingeschaltet haben. der Täter wurde zu einer Haft von 9 Jahren verurteilt.
Hinweis an Eltern
Lassen Sie sich von ihren Kindern zeigen, wie das Internet und vor allem das Chatten funktioniert, schauen Sie ihnen nicht nur über die Schulter, probieren Sie selber aus. Eltern sollten die Chaträume, in denen sich ihre Kinder aufhalten, kennen, auch die Nicknames, die sich die Kinder selbst geben oder diejenigen der Menschen, mit denen die Kinder Kontakt haben. Lassen Sie Ihre Kinder also bitte nicht alleine mit diesem Medium, indem Sie die Beschäftigung mit dem Internet im Familienleben für unwichtig erklären. In den letzten Jahrzehnten mussten wir lernen, den Fernsehgeräten und Telefonen einen angemessenen Platz im Zusammenleben in der Familie zu geben. Jetzt müssen wir dasselbe auch für das Internet lernen.
Sprechen Sie mit den Kindern über die Tatsache, dass man nie tatsächlich wissen kann, mit wem man konkret im Chatroom kommuniziert, ob das, was der andere erzählt, wahr oder gelogen ist.
Sagen Sie Ihren Kindern, dass sie nie ihren wahren Namen an Chatbekanntschaften weitergeben sollten. Kinder sollten sich nur mit Nickname / Fantasienamen einloggen, nicht mit dem richtigen Namen und sollten nicht ihr Alter angeben. Besprechen Sie mit den Kindern, dass sie nie einfach mal eben Ihre konkrete Anschrift weiter geben und die E-Mail-Adresse, da sie damit dann jederzeit aufgesucht werden können und weiteren Angriffen ausgeliefert sein könnten.
Sprechen Sie mit Ihren Kindern über Ihre eigenen Gedanken und Einstellungen zum Internet und fragen Sie nach den Fantasien der Kinder und danach, was Ihre Kinder so reizt an diesem Medium (und besonders am Chatroom.)
Überlegen Sie gemeinsam, wenn sich Jugendliche mit Chatbekanntschaften treffen wollen, wie man sicher gehen kann, dass ihnen nichts passiert: laden Sie die anderen zu sich nach Hause ein, dann lernen Sie sie auch kennen, bringen Sie Ihre Kinder zur Verabredung hin, stellen Sie sich vor und vereinbaren Sie, wo Sie die Jugendlichen wieder abholen. Weisen Sie darauf hin, dass Ihre Kinder es nicht nötig haben, Treffen heimlich und ohne Ihr Wissen zu organisieren. Bauen Sie Sicherungen zusammen mit den Kindern ein, ohne nur strikte Verbote auzusprechen. Wer trifft sich mit wem wo und wie lange? Soll das Treffen an einem öffentlichen Ort stattfinden (Jugendzentren, Cafe)? Wer geht mit? Kann man sich per Handy verständigen? Wie verhält man sich gegenüber fremden Menschen? Wie kann man den Eindruck einer Person im Internet vergleichen mit der real wahrgenommenen Person?
Unerwünschte e-mails sind leider ein kaum zu verhindernder Nebeneffekt des www. Vermutlich haben Sie selber schon erlebt, dass Ihnen mails von unbekannten Personen und Firmen zugeschickt wurden. Es gibt eine nicht zu übersehende Anzahl von sogenannten "Spam-mails", wobei es sich im wesentlichen um Werbung handelt. Ohne dass Sie selber jemals Ihre Mailadresse an eine Firma mitgeteilt haben, ist ihre Mailadresse im Internet vielfach auffindbar. Dies wird von Firmen für Mail-Werbung genutzt. Man geht davon aus, dass von 26 Milliarden mails, die jeden Tag durch das www verschickt werden, ca. 5-6 Milliarden sogenannte Spam-Mails sind, also unbestellte Werbepost. Mit den Mailadressen selber wird auch gewerblich gehandelt. Nach einer Information des Kölner Stadtanzeiger kann man für 70 Euro bis zu 250 Millionen mail Adressen kaufen. Man kann diese mails meist an einer unpersönlich formulierten Betreffzeile erkennen. Am Besten ist es diese Post ungelesen in den Papierkorb zu verschieben und dort zu löschen. Auf keinen Fall sollte man antworten. Es gibt auch wirksame Anti-Spam-Filter wie z.B. www.antispam.de oder www.antispam.talky.de. Sie können auch Ihren Internet-Provider fragen, welche Möglichkeiten des Schutzes angeboten werden.
Werden Sie aufmerksam, wenn Ihr Kind sich aus dem Familienleben immer mehr zurückzieht, kaum noch reale soziale Kontakte zu Gleichaltrigen hat, wenn Seiten im PC geschlossen werden, sobald Sie das Zimmer betreten, wenn die Kinder und Jugendlichen immer mehr Zeit vor dem Internet verbringen. Suchen Sie das Gespräch mit Ihren Kindern, nicht um etwas zu verbieten, sondern um etwas darüber zu erfahren, wie die Kinder und Jugendlichen das Internet nutzen, in welchen Chaträumen sie sich aufhalten, wer sich sonst noch dort befindet, wie sie sich vor Übergriffen selbst bisher geschützt haben, welche Erfahrungen sie gemacht haben. Das Internet "zu verteufeln" hilft nicht. Es ist besser ein Interesse für das Verhalten der Kinder zu entwickeln.
Und überlegen Sie gemeinsam, welchen Stellenwert der "PC als neues Familienmitglied" bekommen soll. Es ist auch anzuregen, dass Eltern und Kinder mal gemeinsam am PC Spiele machen.
Hilfreiche Tips und Informationen finden Eltern und Kinder in www.internet-abc.de und in www.jugendschutz.net, sowie auf den Seiten "chatten- aber sicher!".
Eine für Kinder gut geeignete Suchmaschine ist http://www.blinde-kuh.de/. Hier findet man auch zahlreiche Hinweise zum Gebrauch des Internet und zum Schutz vor Gefahren.
Wenn Sie auf eine der angesprochenen "Schattenseiten" des Internets stoßen, können Sie Hilfe auch bei einer Beratungsstelle in Ihrer Nähe bekommen. Bei allen potentiellen Gefahren, die wir aufgezeigt haben, sollen die vielfältigen und positiven Möglichkeiten der Kommunikation per Internet in Familien genutzt werden. Wenn man weiß, mit welchen aus dem Alltag bekannten Personen man chattet oder wie man sich am besten Informationen besorgt, sind dies lohnende Möglichkeiten der Nutzung des Internets in der Familie. Vielleicht kann dieser Beitrag Ihnen dabei behilflich sein.

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