|
|

Thesen zu Aggression, Respekt und Zeit nehmen für Kinder

- Aggressives Verhalten kann über Beobachtung gelernt werden. Kooperatives und hilfreiches Verhalten allerdings auch!
- Es kommt darauf an, worauf man seine Aufmerksamkeit richtet. Wer suchet, der findet!
- Brutale und Horror-Filme können zumindest nicht sicher als wirkungslos eingeschätzt werden.
- Es spricht einiges dafür, daß Gewöhnung an Gewalt die Wahrscheinlichkeit weiterer Gewalt erhöht. Dies deswegen, weil Abweichungen leichter wahrgenommen werden als gleichbleibende Reize. Abweichungen in Richtung "mehr Gewalt" sind augen- und somit wahrscheinlicher. (Nichts ist eben erfolgreicher als Erfolg.)
- Gewalt ist keine Erfindung unserer Tage. Eine Erfindung unserer Tage ist die Leichtigkeit und Leichtfertigkeit ihrer Darstellung, sowie deren beliebige Wiederholbarkeit. Diese vordergründige Beliebigkeit erschwert das Nachvollziehen von Gewalt aus der Perspektive von Opfern.
- Wenn Kinder und Jugendliche den Eindruck gewinnen konnten, daß sie gemocht werden und eine faire Chance bekommen, ist es wahrscheinlicher, daß sie Gewalt nicht als Wegweiser benutzen.
- Kinder und Jugendliche gewinnen diesen Eindruck eher, wenn sie sich nicht als Störenfriede erleben müssen.
- Damit Kinder und Jugendliche sich nicht als Störenfriede vorkommen müssen, brauchen Eltern Zeit und Aufmerksamkeit für ihre Kinder. Diese Zeit und Aufmerksamkeit sind jedoch nur dann hilfreich, wenn sie nicht als Druckmittel eingesetzt und erlebt werden, sondern "unbedingt".
- "Unbedingte" Zeit und Aufmerksamkeit sind nicht dasselbe wie "Ja-und-Amen-zu-allem", im Gegenteil. Das entscheidende Merkmal ist nicht Gewährenlassen, sondern Respekt.
- Respekt erlaubt, ermöglicht und achtet Grenzen. Auch für und bei sich selbst. Respektvolle Grenzen sind keine "eisernen Vorhänge" sondern Voraussetzung für Kontakt ...
- Wenn Kinder und Jugendliche sich respektlos oder gewalttätig verhalten, können Sie davon ausgehen, daß dies die ihnen am besten vertraute Art ist Kontakt herzustellen. Auch wenn's weh tut, oder nach dem Gegenteil von Kontakt aussieht.
- Für Respekt ist es nie zu früh! Aber manchmal braucht es Unterstützung.
- Respekt ist nicht nur für andere gut, sondern auch für sich selbst. Wenn Sie damit anfangen, werden Sie sehen (nicht nur fern)!


|
|