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Kinder aus suchtbelasteten Familien
 Wenn Mama und Papa high sind, bin ich down - Hilfen für Kinder suchtkranker Eltern
"Sie sahen aus wie Kinder, waren angezogen wie Kinder, verhielten sich bis zu einem gewissen Grade wie Kinder, aber sie haben sich garantiert nicht wie Kinder gefühlt".
So beschreibt Jeanet Woititz in ihrem Buch "Um die Kindheit betrogen" die Situation der Kinder von Suchtkranken.
Kinder die in Suchtfamilien aufwachsen, sind geprägt von einer angstvollen Dauerspannung und verzweifelter Liebe zu dem betroffenen Elternteil. In einem Umfeld, in dem verwirrende und beängstigende Dinge geschehen, widersprüchliche Verhaltensweisen und Stimmungsschwankungen der Eltern die Regel sind, verlernen Kinder ihren eigenen Wahrnehmungen, Gefühlen und Wünschen zu trauen. Viele von ihnen geraten später selber in den Teufelskreis der Abhängigkeit.
Der Kölner Stadtanzeiger hat im Rahmen einer Artikelserie diesen Kindern und Jugendlichen die Bezeichnung "Traurige Helden" gegeben. Traurig, weil die Verlässlichkeit der Eltern, die an einer Suchtgefährdung oder einer Suchterkrankung leiden, für die Kinder oft nicht gegeben ist. Das Denken von Erwachsenen mit Suchterfahrung dreht sich um den "Stoff" und nicht in erster Linie um die Bedürfnisse der Kinder und deren Erziehung.
Kinder und Jugendliche aus Familien mit suchtkranken Eltern sind aber auch "Helden" die über viele Fähigkeiten zur Lebensbewältigung verfügen. Ausdauer und Hilfsbereitschaft gehören oft dazu. Was die "Helden" brauchen ist die Chance ein gesundes Selbstwertgefühl zu entwickeln, eine verlässliche Zugehörigkeit zu erfahren, und sich der Unterstützung von Erwachsenen sicher sein zu können. Vor allem aber brauchen Kinder und Jugendliche das Gespräch, da eine Suchtabhängigkeit in der Familie immer noch zu den Tabuthemen gehört, über die innerhalb und außerhalb der Familie nicht gesprochen werden darf.
So wurde gesellschaftlich auch lange Zeit ignoriert, dass suchtkranke Menschen überhaupt Kinder haben. In Deutschland ist nach offiziellen Angaben von etwa 2,5 Mio. alkoholabhängigen Menschen auszugehen, insgesamt müssen wir mit ca. 4 Mio. Menschen rechnen, die abhängig von Alkohol, Medikamenten und Drogen sind. Hinzu kommen Erkrankungen wie Spielsucht, Magersucht usw.
Dies bedeutet, dass ca. 2 Mio. Kinder in Deutschland durch die Suchtabhängigkeit eines Elternteils betroffen sein dürften.
Wenn man innerhalb und außerhalb der Familie nicht über die Erfahrungen mit suchtkranken Angehörigen sprechen darf, schafft das eine Atmosphäre von Angst und Mißtrauen. Es gibt ein Geheimnis in der Familie ("Niemand soll es merken ...").
Wenn Kinder und Jugendliche dennoch über ihre Familiensituation reden, sprechen sie oft von der Unberechenbarkeit des Verhaltens der Eltern. Die Familie bewegt sich jahrelang zwischen neuer Hoffnung und wiederkehrender Enttäuschung. Gute Vorsätze und Ankündigungen werden nicht eingehalten, Belohnungen und Bestrafungen sind mitunter willkürlich.Zuwendung und Ablehung können schnell wechseln.
Gleichwohl machen sich Kinder und Jugendliche Sorgen um ihre Eltern, und möchten den Erwachsenen nun ihrerseits Verlässlichkeit geben (womit sie natürlich schnell überfordert sind). Häufig ist es auch so, dass ältere Geschwister die Elternrolle für jüngere Kinder übernehmen, den Haushalt versorgen und sich um den Familienzusammenhalt kümmern. Kinder aus suchtbelasteten Familien müssen "vor der Zeit" erwachsen werden.
Kinder und Jugendliche aus suchtbelasteten Familien wachsen mit der Erfahrung auf
"rede nicht - vertraue nicht - fühle nicht".
Dies genau bietet eine geeignete Grundlage um später selber Suchtmittelabhängig zu werden.
Es daher wichtig, dass sie im Kontakt mit Erwachsenen und anderen Gleichaltrigen auch die Erfahrung machen können,
"es ist gut mit anderen zu reden - es ist hilfreich zu vertrauen -
es ist wichtig sich selber wahrzunehmen und sich mitzuteilen"
Nur hieraus kann ein Gefühl der Selbstwirksamkeit entwickelt werden. Man kann gemeinsam mit Anderen lernen mit sozialen Konflikten und mit Stresssituationen förderlich umzugehen.
Beratung hilft besser leben:
Kinder, Jugendliche und ihre Eltern können sich dabei Hilfe und Beratung holen. Es gibt mittlerweise eine Reihe von konkreten Unterstützungsangeboten für Kinder und Jugendliche aus suchtbelasteten Familien in unserer Region. Es werden auch Gruppen für Kinder und Jugendliche aus suchtbelasteten Familien angeboten. Die Beratungsangebote sind kostenfrei und erfolgen auf der Grundlage der Freiwilligkeit und Vertraulichkeit.
Beratung im Internet:
Seit August 2003 gibt es auch eine eigene Internetseite für Kinder suchtkranker Eltern:
www.kidkit.de
Hier gibt es viele Infos und eine Onlineberatung für Kinder, Jugendliche und Eltern.
Wir empfehlen diese Internetseite.
Beratung vor Ort:
Angebote gibt es bei folgenden Einrichtungen:
Kids&Co/Beratungsstelle für Eltern, Jugendliche und Kinder,
Frau Maria Albrecht-Böhnke / Frau Hildegard Wunsch
Paffrather Str. 7/9
51465 Bergisch Gladbach
Tel: 02202 / 35016
Internet-Adresse: www.kids-und-co.net
Erziehungsberatungstelle Wipperfürth
Frau Brigitte Küster
Herbstmühle 3
51688 Wipperfürth
Tel: 02267 / 3034
Internet-Adresse: www.beratung-in-wipperfuerth.de
Erziehungs- und Familienberatungsstelle Düsseldorf
Herr Josef Zimmermann
Klosterstr. 86
40211 Düsseldorf
Tel:0211 / 16022112
Internet-Adresse: www.beratung-in-duesseldorf.de
Ons Zentrum / Caritasverband Neuss
Frau Bärbel Rosengart-Ballmann
Jülicher Str. 45
41464 Neuss
Tel: 02131 / 49100
Internet-Adresse: www.caritas-neuss.de
Caritasverband für die Stadt Bonn
Suchtberatungsstelle
"Starke Pänz"
Herr Achim Schaefer, Frau Sabine Spitzlei, Frau Cornelia Koslik
Fritz-Tillmann-Str. 12
53113 Bonn
Tel: 0228/108245
Internet-Adresse: www.caritas-bonn.de
Caritasverband Euskirchen
"Regenbogengruppe"
Herr Becker, Frau Dorothea Koch
Kölner Str. 15,
53879 Euskirchen
Tel: 02251 / 650350
Internet-Adresse: www.caritas-euskirchen.de
SKM Köln
Frau Brigitte Münzel,
Große Telegraphenstr. 31
50676 Köln
Tel: 0221 / 20740
Internet-Adresse: www.skm-koeln.de
Caritasverband Stadt Düsseldorf
Frau Petra Kindor
Bendemannstr. 17
40210 Düsseldorf
Tel:0211 / 1602305
Internet-Adresse: www.caritas-duesseldorf.de
SKFM Düsseldorf / Jugendberatungsstelle,
Herr Hans Thelen
Ulmenstr. 67
40476 Düsseldorf
Tel: 0211 / 4696200
Internet-Adresse: www.jugendberatung-duesseldorf.de
Caritasverband für den Rhein-Sieg-Kreis e.V.
Frau Hildegard Hansen-Kohlhas
Langgasse 19
53359 Rheinbach
Tel:02226 / 12404
Internet-Adresse: www.caritas-rheinsieg.de
Caritasverband für den Oberbergischen Kreis,
Herr Sändker
Talstr. 1
51643 Gummersbach
Tel: 02261 / 30661
Internet-Adresse: www.caritas-oberberg.de
Weitere hilfreiche Adressen im Internet findet man unter:
www.dhs.de
www.partypack.de
www.kreuzbund.de
www.spielsucht.net
www.drugcom.de
www.beratung-caritasnet.de
www.caritasnet.de
www.dajeb.de (bundesweites Adressverzeichnis)
Johannes Böhnke
Diplom-Sozialpädagoge
E-Mail: Johannes.Boehnke@caritasnet.de

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